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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden / Ortschaften die zur Pfarrei Hl. Anna in Kirchheimbolanden gehören.

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Kirche St. Matthäus

Vorgeschichte:

Nachdem sich, besonders bei festlichen Anlässen, zu denen auch die Katholiken aus den Filialorten Oberwiesen und Mörsfeld hierherkamen, die alte Kirche als zu klein erwies, befasste sich die Kirchen Verwaltung seit dem Jahre 1892 mit einem Kirchenneubau. Die kleine Kirche in der Hübelstraße hatte nur etwa 100 Sitzplätze, und so mussten bei Festlichkeiten in den ohnehin schmalen Eingang vor der Kirche, zusätzlich Bänke unter freiem Himmel für die Kirchenbesucher aufgestellt werden. Am 25. Dez. 1883 wurde der erste Versuch zur Gründung eines Kirchenbauvereines unternommen.

Aber erst im November 1908 wurde ein solcher Verein mit 28 Mitgliedern in der Gastwirtschaft Merz gegründet.

Der Kirchenvorstand Adam Lewert, Johann Werst, Johann Bungert II., Jakob Heeß, Johann Kaufhold und Pfarrer Klein richtete im Jahr 1901 ein Schreiben an das Königliche Bezirksamt in Kirchheimbolanden, in dem sie auf „die unwürdige Umgebung der Kirche“ hinwiesen. Dort hieß es u. a.: Die Kirche hat außerdem durch die Abort- und Dunggrubenanlage des östlichen Angrenzers eine geradezu unwürdige Umgebung und die ganze Pfarrgemeinde muss über den, aus der oft überfüllten Grube über die Straße herablaufenden, Unrat hinweggehen.

Man dachte zuerst an eine Erweiterung der Kirche. Der Vorschlag, die alte Kirche nach Westen durch Ankauf der im Jahr 1839 erbauten Scheune des Angrenzers Stoll zu erweitern, konnte nicht realisiert werden. Eine Erweiterung nach Osten war ebenfalls nicht möglich, da die Chorseite im Osten auf die Mauer des gemeinschaftlichen alten Friedhofes stieß. Bereits im Jahre 1902, unter Pfarrer Klein, bevorzugte man einen Kirchenneubau.

Doch das Bischöfliche Ordinariat schrieb der Kirchengemeinde, dass es vor vollständiger Tilgung der Pfarrhauskosten nicht angängig ist, eine Erweiterung oder einen Neubau der Kirche in Erwägung zu ziehen.

Der Kostenvoranschlag für einen Kirchenneubau wurde im Jahre 1908 mit ca. 50 - 60.000,- Mark berechnet.

Ein neuer Plan wurde aufgegriffen, die neue Pfarrkirche hinter das neue Pfarrhaus auf die ehemaligen Plannummem 13, 14 und 15 zu stellen. Zu diesem Zweck wurden diese Grundstücke erworben bzw. gestiftet (1907 Plannummer 14,1912 Plannummer 13 und 1922/23 Plannummer 15).

Im Jahr 1919 waren für einen Kirchenneubau ca. 37.000,- Mark zusammengebracht. An Pfingsten 1920 fand in allen katholischen Kirchen der Pfalz eine Sammlung für den Neubau einer katholischen Kirche in Kriegsfeld statt. Pfarrer Haas unternahm 1921 einen erneuten Vorstoß diesbezüglich beim Bischöflichen Ordinariat in Speyer. Anfang der 20er Jahre fielen ca. 25.000 Goldmark an Spendengeldern der Inflation zum Opfer. Somit war der Bau einer neuen Kirche in weite Feme gerückt Trotzdem wurde beharrlich an dem Plan eines Kirchenneubaues festgehalten.

Im Jahre 1934 war es dann soweit. In diesem Jahr verwirklichte die katholische Kirchengemeinde Kriegsfeld die schon seit längerer Zeit ins Auge gefasste Gelegenheit, den jetzigen Standort der Kirche zu erwerben.

Dazu benötigte man folgende Grundstücke:

Plan-Nummer 11 und 12, auf denen zwei Scheunen standen, zusammen mit Plan- Nummer 251 (Wohnhaus neben dem Schwesternhaus) und Plan-Nummer 1643 (Acker hinter Plan-Nummer 12).

Unter Vermittlung der jüdischen Handelsleute Gebrüder Metzler aus Fürfeld, die von Herrn Alois Werst im Auftrag des Kirchenvorstandes angegangen wurden, fanden die Kaufverhandlungen mit dem Eigentümer, Herrn Albert Fellenberger, dem Enkel und Erben des „Alten Espenschied“ aus Weinheim bei Alzey, statt. Am 3. Mai 1934 kamen diese Verhandlungen mit dem notariellen Kaufvertrag zum Abschluss.

Mitte Mai 1934 kam der Architekt Professor Albert Bosslet aus Landau, um bezüglich des Kirchenbaues vorzusprechen. Er fertigte in den nächsten Wochen zwei Pläne an, von denen jedoch keiner verwirklicht wurde. Schließlich wurde, ohne Wissen des Kriegsfelder Kirchenvorstandes, vom Architekten und Bischöflichen Ordinariat ein dritter Plan eingereicht, der dann auch zur Ausführung kam. Die Abbrucharbeiten begannen mit den beiden Scheunen auf Pl.-Nr. 11 und 12.

Im Herbst 1934 wurde dann das Wohnhaus neben dem Schwesternhaus durch den Zimmermann Heinrich Senger abgerissen und 1938 das Grundstück für 1 RM/qm an die politische Gemeinde verkauft Am Freitag, den 16. August 1935 begann der Bauunternehmer Josef Höllriegel aus Kirchheimbolanden die Arbeit mit dem ersten Spatenstich.

Grundsteinlegung am 29. September 1935

Am Sonntag, den 29. September 1935 konnte der Grundstein geweiht und gesetzt werden. Hier die Abschrift der darin eingemauerten Urkunde:

Im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Im Jahre des Heils 1935, am Feste des Heiligen Erzengel Michael, am 16. Sonntag nach Pfingsten, unter dem Pontifikat Pius XI., ab seine Exzellenz Bischchof Dr. Ludwig Sebastian das Bistum Speyer leitete, ab Adolf Hitler ab Führer und Reichskanzler an der Spitze des Deutschen Reiches und General Ritter Franz von Epp ab Reichsstatthalters an der Spitze Bayerns stand, ab Josef Bürkel Gauleiter der Pfalz, Bezirksoberamtmann Karl Scherer Vorstand des Bezirksamtes Kirchheimbolanden, Friedrich Fellenberger Bürgermeister der Gemeinde Kriegsfeld, Jakob August Stattmüller Dekan des Landeskapitel Kirchheimbolanden, Franz Hund katholischer Pfarrer in Kriegsfeld, ab Jakob Baldauf, Philipp Bungert, Friedrich Heeß, Peter Heeß, Friedrich Michels und Alois Werst Mitglieder der katholischen Kirchenverwaltung Kriegsfeld, als Johannes Bock, Herbert Druck, Christian Lindenmayer, Philipp Mayer, Wilhelm Mayer und Michael Walter Mitglieder der katholischen Filialkirchenverwaltung Oberwiesen, ab Heinrich Berg I., Rudolf Fink, Heinrich Frey, Jakob Heno, Peter Karlin und Heinrich Nöth Mitglieder der katholischen Filialkirchenverwaltung Mörsfeld waren, wurde von seiner Exzellenz, dem hochwürdigsten Herrn BischofDr. Ludwig Sebastian, Thronassistent seiner Heiligkeit, unter Anteilnahme der ganzen katholischen Pfarrgemeinde und vieler Priester der Grundstein dieser neuen Pfarrkirche feierlich gesegnet und gelegt. Den Plan zur Kirche hat entworfen Landesbaurat Professor Albert Bosslet in Landau, sein Vertreter bt Architekt Karl Lochner in Ludwigshafen, Bauleiter ist Bautechniker Julius Nöth U. aus Mörsfeld.

Die im Jahre 1759 dank der unermüdlichen Tätigkeit des damaligen kurpfälzischen Forstmeisters in Kriegsfeld, Christian Jonathan Martin, wiedererrichtete hiesige katholische Pfarrei besaß im Ort zunächst eine Hauskapelle. 1787wurde das jetzt noch stehende Kirchlein aus Mitteln der katholischen Gemeinde Kriegsfeld gebaut. In Fortführung der früheren Tradition trug es den Namen des heiligen Apostels und Evangelisten Matthäus. Es war zunächst nur für die hiesigen Glaubensgenossen bestimmt, musste aber später auch die Filialisten, namentlich an den Feiertagen aufnehmen. Unverdrossen arbeiteten daher Pfarrer und Pfarrkinder schon seit 40 Jahren auf einen „Neubau“ hin.

Etwa 25.000 Goldmark (etwa300.000 Papiermark), Spar- und Sammelgelder fielen aber der bösen Tochter des Krieges, der geldverzehrenden Inflation, zum Opfer. Mit neuem Eifer nahmen die Pfarrgenossen den Kirchenbauplan wieder auf und brachten, unterstützt von Diözese und Bonifatiusverein ihr Scherflein, bis schließlich die große Gabe des Diözesanbischofs den Baubeginn in diesen Tagen ermöglichte.

Möge dieser Grundstein geweihtes Sinnbild des Welterlösers sein, auf dem sich die Gläubigen der katholischen Kirchengemeinde Kriegsfeld, stark im Glauben, aufbauen zu einem lebendigen Tempel des Herrn.

Möge das begonnene Gotteshaus unter der Fürbitte aller Heiligen, zumal seines Patrons, des Heiligen Matthäus, glücklich vollendet werden.

Möge es eine überreiche Quelle göttlichen Segens werden und bleiben für alle Pfarrkinder, für alle Wohltäter dieser Kirche und für alle, die mit Gottvertrauen darin beten,

Amen.

Der Kirchenneubau ging gut und ohne Unfall voran. Anfang Dezember 1935 war der. Bau bereits überdacht. Der Rohbau wurde aus pfälzischen Buntsandsteinen aus den Steinbrüchen von Kriegsfeld, Mörsfeld, Bechenheim, Weinheim und Enkenbach erstellt. Die Kirche hat eine Länge von 32 Metern und eine Breite von 12,80 Metern. Der Turm ist 8 auf 8 Meter und erreicht bis zur Kreuzspitze eine Höhe von 27 Metern.

Im Inneren der Kirche zeigt die Apsis, die den Hochaltar aufnimmt, ein wunderbares Gemälde von Professor Troll aus München, das Christus als Herrscher mit den vier Evangelisten zeigt. Den Eingang zur Apsis ziert eine Engelsgruppe, die dem Ganzen ein festliches Gepräge gibt.

Die Fenster aus farbigem Glas, in der Glaserei Bronzier, Speyer, hergestellt, wurden alle gestiftet. Die Namen der Stifter sind in dem Glas verewigt.

Es sind dies: Familie Alois Werst, Kriegsfeld

Die Brüder, Pfarrer und Dekan August Kaufhold in Hochspeyer und Pfarrer Karl Kaufhold in Riecken (Schweiz)

Pfarrer Heinrich Anslinger-Maudach

Ww. Maria Agnes Clemens-Niederhausen an der Appel zum Andenken an ihren im Weltkriege gefallenen Sohn Franz.

Pfarrer Johann Herrmann-Niederhausen an der Appel

Pfarrer August Stattmüller, Dekan in Kirchheimbolanden

Herr Josef Michels zum Gedenken der Eheleute Jakob Michels und Elise geb. Lang.

Die neue katholische Kirche St. Matthäus wurde am 20. September 1936 von Bischof Dr. Ludwig Sebastian unter großer Anteilnahme der Bevölkerung geweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

Die Bauweise der Kirche ist romanisch. Die Baukosten betrugen 80.000 Reichsmark. Die Kirche stellt in ihrer vielseitigen Gestaltung und Gliederung ein Werk vollendeter deutschen Baukunst dar.

Die beim Abbruch der alten Gebäude angefallenen Sandsteine wurden größtenteils zum Neubau der Feldscheune von Philipp Dexheimer wiederverwendet.

Am 20. April 1942 mussten die drei größten Glocken der katholischen Kirche S. Josef, S. Maria und S. Matthäus, zum Einschmelzen für Kriegsmaterial abgegeben werden. Nur das kleine Glöckchen blieb im Turm.

Am 15. Juni 1945 erhielt die katholische Kirchengemeinde das in früheren Jahren nach Weitersweiler gekommene Bild des Heiligen Bartholomäus zurück. Es war ein Vermächtnis des verstorbenen königlich bayrischen Forstrates der Pfalz, Karl Martin, Sohn des ehemaligen Forstmeisters Christian Jonathan Martin, dessen rastlose Bemühungen im Jahre 1759 zur Wiedererrichtung einer katholischen Pfarrei in Kriegsfeld führten. Das Bild trägt auf der Rückseite den Vermerk: Vermächtnis des verstorbenen königlich bayrischen Forstrates der Pfalz Karl Martin, in die Kirche von Kriegsfeld seinem Geburtsort überwiesen von seiner Gattin Josephine Martin vom 28. Jan. 1852.

In den Jahren 1956-58 wurden auf Initiative von Pfarrer Hof von der Kirchengemeinde drei neue Bronze-Glocken angeschafft. Die Kosten beliefen sich auf 10.000,- DM und 3.000,- DM für den elektrischen Antrieb. Die Einweihung der neuen Glocken fand unter großer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung am 29. Juli 1958 statt. Die Inschriften der Glocken lauten:

IN HONOREM DOMINI NOSTRIJESU CHRISTI REGIS IN HONOREM BEATAE MARIÄE VIRGINIS IN HONOREM S. MATHAEI APOST. ET EVANG.

1963 erfolgte ehe Anschaffung eines neuen „Kreuzweges“ mit 14 Wegstationen aus Lindenholz (30 x 40 cm) zu 4.000,- DM. Der alte Kreuzweg bestand aus alten Öldruckbildern.

Am 21. September 1986 feierte die katholische Kirchengemeinde das 50-jährige Jubiläum ihrer 1936 erbauten Kirche.

Nach zehnmonatiger Gesamtrenovierung an der Pfarrkirche wurde mit der Altarweihe am 26. Februar 1989 die Kirche wieder in Dienst gestellt.

In einem Gottesdienst weihte Weihbischof Ernst Gutting aus Speyer den neuen Altar und die neugestaltete Herz-Jesu-Kapelle.

Im Jahre 1999 wurde eine neue Weihnachtsgrippe für die Kirche gekauft. Die Kosten wurden durch Spenden aufgebracht.

Quelle: Archiv katholische Kirchengemeinde - Pfarrer Kaiser

Anfahrt

Kirche St. Matthäus Kriegsfeld

Hinter Kirch 2
67819 Kriegsfeld
Deutschland

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